Matthias Plunser, Mats Marketing, hat das Team von Business-Portrait für seinen Vlog interviewt.

Interview mit Maria Kral-Glanzer

 

Matthias: Maria, du betreust den Part Story-Telling, PR und Texte beim Business-Portrait. Auf was kommt es denn dabei an?

Maria: Ich schreibe den Text für das Business-Portrait und die Frage ist: Was macht eigentlich einen guten Text aus? Für mich persönlich sind es drei Dinge: Ein Text muss emotional sein, authentisch und glaubwürdig. Wie erreicht man das? Wenn es um Emotionalität geht, ist der Einstieg besonders wichtig. Damit der Leser bzw.  Zuhörer gepackt wird und motiviert ist weiterzulesen. Das kann gelingen, indem man mit einer Szene einsteigt oder eine Information gibt, die aufhorchen lässt, die skurril ist. So etwas macht neugierig. Das zweite, wie man Emotionalität wecken kann, ist dass man Bilder im Kopf entstehen lässt. Möglichst blumig zu schreiben und zu erzählen, damit jeder sofort etwas Positives assoziiert. Der dritte Punkt, den man nicht unterschätzen darf, ist die Sprache selbst. Wie wir uns ausdrücken: Ist es kompliziert, langatmig oder auf den Punkt gebracht? Verwenden wir aktiven Schreibstil oder Behördendeutsch? Schreiben wir in langen und komplizierten Sätzen oder kurz und knackig und bringen damit Tempo rein? All diese Dinge tragen dazu bei, dass ein Text emotional wirkt.

 

Matthias: Viele Unternehmen unterschätzen die Wirkung eines Textes. Wir wissen mittlerweile, dass die Aufmerksamkeitsspanne sehr kurz ist, gerade einmal 7 bis 8 Sekunden. Das bedeutet auch, man muss dem Leser sofort vermitteln: Das ist interessant für dich.

Maria: Richtig! Die Frage ist: Warum sollst du jetzt weiterlesen? Man muss den Leser ködern. Deswegen empfehle ich, mit einer Szene einzusteigen, damit man spürt, wie ist die Atmosphäre bzw. die Stimmung. Und das machen wir im Business-Portrait auch: Wir gehen zu Unternehmen und interviewen diese. Aber nicht nur wegen des Gesprächs, sondern auch um die Stimmung vor Ort einzufangen. Es sind die Kleinigkeiten, die es ausmachen: Ich beschreibe nicht nur die Unternehmerin bzw. den Unternehmer und die Hardfacts wie die Produkte und Dienstleistungen, die Meilensteine, die Unternehmensgeschichte oder die Unternehmensgröße – was natürlich interessant ist. Noch interessanter ist jedoch die Motivation des Unternehmers, die Philosophie, was steckt dahinter. All die „weichen Faktoren“ und das abgerundet mit Atmosphäre, Stimmung und persönlichen Eindrücken macht das Business-Portrait letztlich auch glaubwürdig.

Ich habe Glaubwürdigkeit als dritten Punkt erwähnt: In der PR oder klassischen Werbung verwenden wir immer Superlative und versuchen uns möglichst gut darzustellen. Aber vielmehr geht es darum, sich so darzustellen wie man ist und die Bewertung anderen zu überlassen – also seinem Gegenüber. Ich empfehle meinen Kunden immer: Seid authentisch, plaudert aus dem Nähkästchen, zeigt euch als Mensch. Zeigt euch möglichst nah, damit die Menschen einen Eindruck bekommen, wer ihr wirklich seid. Spannend sind nämlich die Geschichten dahinter: Ist das alles glatt gelaufen oder war es schwierig? Gab es Hindernisse oder große Herausforderungen und wie hat es der Unternehmer geschafft? Und genau jetzt sind wir beim Story-Telling, denn das ist die Basis fürs Story-Telling.

 

Matthias: Nämlich, dass es nicht nur irgendeine Geschichte ist. Welchen Aufbau sollte man dabei berücksichtigen? Wie schaut eine gute Story aus?

Maria: Beim Story-Telling braucht es eine Akteurin bzw. einen Akteur und diese Person hat immer einen Konflikt. Da geht nicht alles glatt, da gibt es hohe Erwartungen, da passiert ein Unglück, ein Drama – das sind die Dinge, die uns bewegen. Und dann wird erzählt, wie es die Person geschafft hat. Und dabei gibt es eine Wendung: Entweder entwickelt sich der Akteur durch sein Schicksal weiter oder es gelingt nicht – also, ein Happy End oder keines. Aber genau diese Emotionen fesseln letztlich die Menschen bei der Geschichte. Eine gute Story macht aus, dass es eine Entwicklung gibt und es nicht immer einfach ist. Viele verwechseln das mit dem Erzählen von Geschichten. Geschichten sind natürlich schön und der Vorteil ist, eine Geschichte bleibt im Kopf. Wenn ich Fakten erzähle, sind diese schnell vergessen. Aber wenn ich eine Geschichte erzähle, die fesselt und  idealerweise emotional berührt, dann bleibt sie im Gedächtnis. Deswegen sollten Unternehmen diese Elemente aus dem Story-Telling auch für ihr Unternehmen nutzen. Um im Gedächtnis der Kunden zu bleiben, um in Erinnerung zu bleiben.

 

Matthias: Zusammengefasst bedeutet das: Ein Text soll emotional sein, Emotionen wecken und mehr als reine Fakten beinhalten. Und die Konfliktbewältigung sollte den Kunden im Fokus haben. Sprich: Was will mein Gegenüber? Nicht warum sind wir so gut, sondern was hat der Kunde davon.

Maria: Richtig, es geht immer um den Nutzen für den Kunden. Nicht darum, über seine Produkte und Dienstleistungen zu sprechen. Sondern immer den Nutzen für den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. In welcher Alltagssituation treffe ich den Kunden an, welches Problem hat er und wie kann ich ihm dabei helfen? Darum muss es gehen. Wenn man den Fokus darauf richtet, kann man später auch sein Angebot platzieren.

 

Matthias:  Wenn ihr mit eurem Produkt, dem Business-Portrait, zum Kunden geht: Wie legst du deinen Part an?

Maria:  Ich bin vor Ort, zunächst gibt es aber einen Gesprächsleitfaden. Damit sich der Kunde darauf vorbereiten kann und führe ich ein Gespräch so wie dieses gerade. Ich muss zwischen den Zeilen lesen, hinhören und hinsehen. Nur so kann ich mir einen persönlichen Eindruck verschaffen – das ist das Wichtigste. All diese Eindrücke nehme ich dann mit und versuche das Business-Portrait zu strukturieren und die Geschichte herauszuarbeiten. Dabei gibt es einen roten Faden: Man blickt in die Vergangenheit, ist in der Gegenwart und blickt in die Zukunft. Das Portrait selbst ist sehr emotional, beinhaltet viel an Stimmung. Ich weiß dann, wie es sich dort zum Beispiel anhört, anfühlt, wie es vielleicht riecht, wenn ich eine Treppe hinuntergehe. Idealerweise entstehen hier ganz viele Bilder und das nutzen wir auch, wenn wir die Foto-Reportage machen. Weil das geschriebene Portrait muss Hand in Hand mit der Bildsprache gehen. Nur wenn all das wirklich stimmig ist, erreichen wir auch den Leser.